Indigo

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Indigo

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Indigostoffe handgewebt und -gefärbt, Guninea Bissau

Die traditionelle Textilkunst der Yoruba ist eng mit dem blauen Farbstoff Indigo verknüpft. Die Geschichte der Textilien wäre gleichfalls undenkbar ohne dieses weltumspannende Blau, das vielen Kulturen bekannt war und aus einer Fülle von Pflanzen gewonnen wurde. Indigo ist der älteste und war einst der wichtigste natürliche Farbstoff. Seine Hauptbedeutung lag in der Anwendung als Küpenfarbstoff, ferner wurde er als Pigment in Öl-, Tempera- und Aquarellfarben verwendet.

Durch das Aufkommen der Jeans in den 60er Jahren gewann er wieder an Bedeutung. Um mit Indigo zu färben, muss man ihn „verküpen“. Dazu benötigt man Kalk und Soda oder ein anderes alkalisches Reduktionsmittel. Ist die Küpe zubereitet,  schimmert sie grünlich oder rötlich. Man taucht den zu färbenden Stoff hinein und der Farbstoff zieht auf die Faser auf. Anschließend wird der Stoff mit Wasser gespült und im Freien aufgehängt. Durch den Sauerstoff der Luft bildet sich der blaue Indigo. Tauch man den Stoff nur einmal in die Küpe, so erhält man hellere Farbtöne. Je öfter dieser Vorgang wiederholt wird, desto kräftiger ist die Blaufärbung. Die Färbemethoden beruhen auf dem Prinzip, Stoffe mittels Abdeckungen, den so genannten Reserven, zu verzieren. Die Muster werden demnach indirekt auf den Stoff aufgetragen, indem man bestimmte Stellen des Gewebes - etwa durch Umwickeln oder Abnähen - vor der Färbung schützt. Die technischen Hilfsmittel sind im Allgemeinen einfach, die Verfahren hingegen komplex, arbeitsintensiv und überaus variationsreich.

aus: Ein Meer aus Indigo. Adire - Yoruba - Textilkunst im Wandel. Ulli Beier u. a., Peter Hammer Verlag, Wuppertal, 1997

 

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