Masaya Kondo.
Wir sind jetzt in Beppu und besuchen Masaya Kondo. Vor vier Jahren haben wir Bamboo-Meisterin Masaya Kondo gebeten, für uns zwei Objekte zu gestalten. Eine Auftragsarbeit. Sie schickte uns Skizzen, die wir begeistert aufnahmen und das Ergebnis ist bei uns im HABARI zu sehen. Großartige Arbeiten die das Vertrauen, dass wir in sie setzten, mehr als rechtfertigten.
Inzwischen hat Kibe Seiho, der den Titel Living National Treasure trägt, eine Auszeichnung, die nur ganz wenigen Künstlern in Japan jemals zuteil wird, sie zu seiner legitimen Nachfolgerin auserkoren. Eine große Auszeichnung und Bürde gleichzeitig, weil Seibo von ihr ultimative Perfektion verlangt und das bei so schwierigen Elementen, wie geflochtenen feinsten Bambusschnüren, wie sie sie auch bei einem Objekt, das sie für uns gemacht hat, verwendet hat.

Masaya Kondo
Ihr derzeit wichtigstes Projekt ist eine Modeschau, zu der sie von der weltberühmten Modedesignerin Junko Koshino eingeladen wurde und die im September im Museum Oita stattfinden wird. Wir drücken ihr fest die Daumen. Jedenfalls hat sie versprochen, danach wieder ein Stück für uns zu machen!
Übrigens, Masaya Kondo hat auch 5 Jahre bei Masato Takae gearbeitet, so schließt sich wieder der Kreis.
Keiko Ayoyagi.
Keiko empfängt uns in ihrem wunderschönen Haus, hoch über Beppu. Auch sie hat 5 Jahre lang bei Masato Takae ihre Fertigkeiten perfektioniert und seit dieser Zeit kennt sie auch Masaya Kondo, die sie uns empfohlen hat. Sie ist die zweite auserwählte für das Projekt von Junko Koshino, sie wird Rauminstallationen beitragen.

Keiko Ayoyagi
Früher war sie Malerin und Kunsterzieherin, aber sie fühlte sich in der Zweidimensionalität der Malerei nicht wirklich frei genug, ihre Ideen umzusetzen. In ihren Objekten versucht sie Stimmungen einzufangen, wie Kirschblüten im Gebirge oder Nebelschwaden, in die die Sonne einbricht. Sie entwickelte dafür eine aufwendige Technik, bei der mehrere Ebenen übereinandergelegt werden. Und zwar so, dass ein komplexer innerer Korb die Grundstimmung bestimmt und über ihn herum dann wiederum ein mehrlagiges Gewebe entwickelt wird, das zu einer dreidimensionalen Projektion führt.

Keiko Ayoyagi
Keiko Ayoyagi wird ebenfalls von Kibe Seiho gefördert und sie zeigt uns, wo der große Meister noch kleinste Schwächen erkennt, die wir so niemals entdeckt hätten. Keiko arbeitet mit fadenartigen Bambusfasern, die sie auf bis zu 0,6 mm Durchmesser herunterreduziert, einfach unglaublich. Auch sie hat sich bereit erklärt, für uns ein Objekt zu fertigen. Es wird ein Jahr dauern. Wir freuen uns schon darauf, die Objekte beider Meisterinnen nächstes Jahr, anlässlich unseres 30sten Firmenjubiläums zeigen zu können.

Bamboo Museum in Beppu
Yufu Shohaku.
Die Legende Yufu Shohaku treffen wir im Bambusmuseum. Der agile 84-jährige Meister mit dem langen Kinnbart als Markenzeichen, hat bei seinem Vater gelernt und am Anfang sich mit Kopien alter Werke für einen Antiquitätenhändler über Wasser gehalten, die dieser dann, wie sich später herausstellte, als Originale verkaufte.

Bamboo Museum in Beppu
Letztendlich ein Glücksfall, weil Lloyd Cotsen, damals der renommierteste Sammler auf diesem Gebiet, ein Stück erwarb und so auf ihn aufmerksam wurde (die Lloyd Cotsen Sammlung ist heute die bedeutendste Sammlung japanischer Bambuskunst, zwischenzeitlich im Besitz des Asian Art Museums in San Francisco). Cotsen wurde der wichtigste Kunde von Yufu und in den USA schon bald sehr bekannt. Seine Arbeiten strotzen vor Kraft und Dynamik. Alle anderen KünstlerInnen, die wir getroffen haben, betonen, dass niemand so souverän ohne jede Regel mit Bambus arbeiten kann, die Werke von überragender Qualität fast aus dem Ärmel schütteln kann.
Auch er arbeitet als wesentliches Stilmittel mit Bambusschnüren, die aber eher an Schiffsseile als an die filigranen Arbeiten von Seiho erinnern. Seine Titel z.B. Fudo beziehen sich auf bestimmte Charaktere wie im Fall von Fudo auf einen buddhistischen Geist, der mit seiner Kraft Böses bekämpft. Eine Statue von Fudo hatte ihn schon in seiner Jugend beeindruckt und wieder und wieder arbeitet er zu diesem Thema. Unser Fudo wird uns schon bald in Wien beschützen.

Zum Abschied schenkt er uns noch eine kleine goldene Kobra aus einer Bambusschur. Schlangen sind in Japan ein Glückssymbol und eine ähnliche Schlange hat er der berühmten Schauspielerin Jun Fubuki geschenkt, die gerade in einem Tief steckte. Wie sie ihm später erzählte, läuft seither alles wieder rund und darum hat sie ihn gebeten, auch für ihre FreundInnen Schlangen zu fertigen.

Bamboo Museum mit Masaya Kondo, Werner, Yufu Shohaku, Lore, Yuko Higashiyama