Wir werden oft gefragt, wie wir eigentlich unsere Produzenten finden. Hier ein aktuelles Beispiel. In Kyoto hat uns vor einigen Wochen Roland Hagenberg, ein Kulturjournalist und Fotograf, der schon seit vielen Jahren in Japan lebt, auf eine Bäckerei in Kyoto aufmerksam gemacht, die auch eine Galerie betreibt und gerade Keramik ausstellte. Wir kauften ein paar Teile und fanden heraus, dass die Arbeiten aus dem Raum Hasami auf Kyushu stammten. Da wir sowieso geplant hatten, Hasami zu besuchen, hat unsere Partnerin in Japan weiter recherchiert und letztendlich den Herkunftsort gefunden.

Es ist Nakaoyama, ein kleines, pittoreskes Bergdorf, Teil der Stadt Higashisonogi. Das ganze Dorf lebt seit Jahrhunderten von der Keramikproduktion, während der Rest von Higashisonogi von der Teeproduktion lebt, für die Higashisonogi berühmt ist. Und wo es guten Tee gibt, gibt es meistens auch hervorragende Keramik, wie wir inzwischen.

Die Interessen der vielen kleinen Produzenten werden von einer kleinen Handelsfirma, die die Präsentation in Kyoto organisiert und finanziert hat, vertreten. Bei ausgezeichnetem Tee und Gebäck finden wir schnell zueinander und nachdem einmal eine Gesprächsbasis gefunden ist, führt uns der Juniorchef durch das ganze Dorf, das einem Freilichtmuseum gleicht. Am Hang die Reste eines gewaltigen Hügelofens mit dreizehn Kammern. Fast jedes Haus noch in alter traditioneller Holzbauweise errichtet, uralt, aber sehr gepflegt. In einem dieser Häuser wird elegantes Tafelservice auf mehreren Tischen gekonnt präsentiert. Gleich um die Ecke werden die Teller und Schüsseln von einer kleinen Mannschaft, noch weitgehend in Handarbeit, gefertigt. Im nächsten Haus arbeitet ein Künstler, der auf der Tradition der englischen Slipware aufbaut und wunderschöne Teeschalen produziert, die schon mehrere Designpreise gewonnen haben.
So geht das weiter, von Haus zu Haus. Jedes Haus bietet weitere Überraschungen und wir freuen uns schon auf die vielen Dinge, die wir bestellt haben und im Herbst im HABARI in Wien zeigen werden.
Also um die Frage zu beantworten, wahrscheinlich ist es unsere Neugier und die Freude Menschen zu treffen; sich auszutauschen, die Bereitschaft Neues zu erfahren und zu lernen, dass uns wie Scouts neue Produzenten entdecken lässt und die für uns so wichtigen Begegnungen fördert.