Von der Insel Kyushu zur Insel Shikoku.
Zu nachtschlafender Zeit haben wir unser Hotel verlassen, um die Fähre nach Yawatahame, in der Präfektur Ehime, zu erreichen. Wir wechseln von der Insel Kyushu zur Insel Shikoku.

Um 6:10 h legen wir ab. Ein wunderschöner Sonnenaufgang belohnt uns für die Schlafverkürzung. Ehime ist das Zentrum der Zitrusproduktion, die Bäume wachsen auf Terrassen an den steilen Hängen.

Marugame Uchiwa Museum.
Nach einer dreistündigen Schifffahrt auf der Autofähre und einer knapp 2-stündigen Autofahrt erreichen wir Marugame. Die Stadt der Fächerproduktion. Wir haben uns einen Termin im Marugame Uchiwa Museum mit Meisterin Hyodo ausgemacht.

Werner probiert das Bambusbiegen bei Bambus-Meisterin Hyodo
Geht ganz leicht einen Fächer zu biegen, bedeutet uns Meisterin Hyodo und drückt uns einen dünnen Bambusstab in die Hand, bei dem sie im oberen Drittel über 20 exakt gleiche Einschnitte gesetzt hat, die ungefähr bis zum ersten Drittel des Stabs reichen. Wir bemühen uns rechtschaffen, nachdem wir gesehen haben, wie leicht das bei ihr geht. Uns mag der Stab aber gar nicht und bleibt trotzig geradestehen, obwohl wir uns wirklich abmühen.

Meister Asano
Bei ihr und ihrem Kollegen, die wie Buddhas auf ihren Matten sitzen, hat man den Eindruck, der Bambus macht, was auch immer sie wollen und wie von Zauberhand breitet der Stab wie ein Pfau plötzlich sein Fächergerippe auf. Nun wird noch schnell ein runder Bambusstab durch ein Loch gesteckt und wie ein Bogen gegenläufig zum Fächer aufgespannt. Ein Faden webt sich fast von selbst ein, von einem Ende dieses Bogens durch alle Speichen bis zum anderen Bogenende und nach einigen Schüttelbewegungen und Adjustieren wird der Faden festgezogen. Fertig ist das Grundgerüst. Reine Magie für uns was da abläuft. Beide machen das seit mehr als zwanzig Jahren, lernen wir, sie könne schon mit dem Bambus sprechen.

Seit 1600 wird diese Kunstfertigkeit hier in Marugame gelebt und kein anderer Fächer auf der Welt ist mit diesen vergleichbar.
Die Burg von Marugame ist eine beeindruckende Festung, hoch über der Stadt mit mehreren Festungsringen aus Steinmauern. Hier ist die engste Stelle der Seto Sea und entsprechend strategisch bedeutend war dieser Platz. Sie ist eine der wenigen Festungen, die im Originalzustand über Jahrhunderte erhalten blieben.
